…lautet der sehr lesenswerte Artikel von Réda El Arbi, der am 10. März 2015 im Züritipp Stadtblog erschien.

Für diejenigen Leser, die nicht die Zeit mitgebracht haben, ihn in voller Länge zu lesen, seien nachfolgend   Auszüge wiedergegeben. (Die Fragen des Stadtblogs beantwortet Daniel Hofer, Meister vom Stuhl der Loge Modestica cum Libertate in Zürich.)

Herr Hofer, wollen die Freimaurer die Weltherrschaft?

Nein. Ich kann mir auch nicht vorstellen, wie diese erreicht werden könnte.

Was ist sind die Ziele der Freimaurer auf gesellschaftlicher Ebene?

Der Freimaurer soll in seinem Umfeld wie Beruf, Familie, Politik oder Zivilgesellschaft (Vereine etc.) als Beispiel positiv wirken und so die ganze Gesellschaft schrittweise und im Rahmen seiner Möglichkeiten weiterbringen.

Wieso sind Sie Freimaurer geworden?

Ich hab meiner Frau vor langer Zeit gesagt, dass ich mit 45 Philosoph werden würde. Natürlich ging ich damals davon aus, dass ich dann nicht mehr arbeite und mit den Füssen auf dem Tisch über Gott und die Welt nachdenke. Ich arbeite aber immer noch. Stattdessen wurde ich in diesem Alter Freimaurer, was mir die Gelegenheit gibt, mich in diesem Rahmen mit den Grundfragen der Menschheit und philosophischen Aspekten des Lebens auseinanderzusetzen.

Die Freimaurer berufen sich auf eine höhere Macht. Es heisst, dass Atheisten nicht aufgenommen werden.

Doch, hier in Zürich haben wir Mitglieder, die sich «Atheisten» nennen. Wenn man aber genau nachfragt, stellt sich heraus, dass sie durchaus an etwas glauben. Sie fühlen sich einfach den herkömmlichen, dogmatischen Religionen nicht verbunden.

Vor-dem-Tode-gleich2Glauben Sie an das Gute im Menschen? Wenn Sie die Auswüchse der Selbstbedienung in der Wirtschaft und die Betrügereien im Bankenwesen der letzten Jahre anschauen, vertrauen Sie da auf die Eigenverantwortung der Mächtigen?

Wenn die Gesellschaftsordnung zu kollabieren droht, werden wieder vermehrt Führungspersönlichkeiten mit klaren Wertvorstellungen und dem Sinn für eine Verantwortung für die ganze Gesellschaft in Erscheinung treten. In den letzten Jahren wurden solche Leute immer wieder herbei beschworen, wirklich gefragt waren sie aber nicht. In einer von Populismus gelenkten Gesellschaft sind Führungspersönlichkeiten, die auch Unangenehmes verkünden und durchbringen müssen, nicht sehr beliebt. Der Weg des geringsten Widerstandes hat solange Vorrang, als die Mehrheit der Bevölkerung durch das Verhalten der Führungselite keine spürbaren Nachteile erlebt.